Datum
Dienstag, 13. März 2007, 10.30 h
Inhalt
Eine Frau spinnt, verwandelt Wolle in Garn. Märchenfäden, Geschichten-Fäden. Ihr Mantel ist voll davon. Der neue Faden gehört zu einem Kind. Noch ist es aber nicht geboren, denn: Ein Königspaar wünscht sich schon lange ein Kind. Vergeblich. Was nicht ist, kann aber noch werden. Eine Kröte verspricht Hoffnung.
Endlich kommt es zur Welt. Ein Mädchen. Der König jubelt, lässt feiern, ein grosses Fest. Alle sind eingeladen, fast alle. Die Feen bringen gute Wünsche, begaben das Kind. Aber nicht nur. Es gibt auch einen dunklen, die Weissagung des Todes:
An deinem Geburtstag wirst du dich an einer Spindel stechen und tot umfallen. Der Schreck sitzt tief. Alle Spindeln werden verbrannt, im ganzen Land. Befehl des Königs. Der Prinzessin darf nichts geschehen. Sie wächst heran, behütet, umsorgt, bewacht. Das Schloss wird zum goldenen Käfig. Er glänzt, aber behindert. Zum Glück ist da noch das Äffchen. Es weiss und zeigt Schlupflöcher....
Das Mädchen begegnet der Schicksalsspinnerin. Es ist neugierig, hat noch nie eine Spindel gesehen, möchte auch mal - sticht sich und fällt in einen tiefen Schlaf. Und mit ihm das ganze Schloss. Alle und alles. Die Fliegenbeine, der Braten, das Hundegebell, die Ohrfeige...
Aus den Blutstropfen wachsen Rosen und Dornen. Die Frau bettet das Mädchen in ihren Mantel. Das Mädchen träumt. Hundert Jahre. Die Zeit wird ab- und aufgewickelt. Sie tönt und riecht nach Schnee, nach Kirschenblüten, Sommerregen, Haselnüssen und nach Omelett: die hundert Jahre sind vorbei.
Regie
Enrico Beeler
Spiel
Margrit Gysin
Kontakt
Web-Site: www.figurentheater-margrit-gysin.ch